Aktienwerte der Internet-Giganten geraten unter Druck


Heute wurde bekannt, dass die US-Regierung offensichtlich die Marktmacht der Technologie-Unternehmen Facebook, Alphabet, Amazon und Apple untersucht. Die Aktienwerte der Unternehmen fielen um bis zu sieben Prozent.

Anscheinend haben die Internet-Giganten die Aufmerksamkeit der amerikanischen Behörden auf sich gezogen. Die vier Konzerne machen jedes Quartal Milliardengewinne, und es wird vermutet, dass sie ihre Marktstellung auch mit ungesetzlichen Praktiken verteidigen. Die US-Branchenaufsicht FTC untersucht momentan Amazon und Facebook, das Justizministerium hingegen wird sich mit Alphabet und Apple beschäftigen.

Bereits 2013 hat das US-Justizministerium eine Untersuchung abgeschlossen, bei der der Alphabet Tochter Google vorgeworfen wurde, eigene Unternehmen bei den Suchergebnissen vorzuziehen. Verschiedene Praktiken mussten damals durch Google beendet werden. Laut Insidern trafen sich die Vertreter des Justizministeriums und der FTC in den letzten Wochen, um die Verdachtsfälle zu besprechen. Welchen Vergehen die beiden Behörden nachgehen wollen, ist noch nicht bekannt.

Der US-Kongress kündigte aber schon vor einiger Zeit an, dass der Wettbewerb in den digitalen Märkten näher untersucht werden soll. Laut dem Kongress üben eine kleine Anzahl von marktbeherrschenden und unregulierten Plattformen eine außergewöhnliche Macht auf den Handel, die Kommunikation und die Informationen im Internet aus. Namen wurden vom Pressesprecher des US-Kongress nicht genannt.

In diesem Jahr hat der Musik-Streamingdienst Spotify Beschwerde bei der EU-Kommission gegen Apple eingereicht. Apple wird missbräuchliches Verhalten in dessen App-Store vorgeworfen. Die Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte, dass sie den Fall sehr ernst nimmt und eine eingehende Prüfung veranlassen werde.

Den Verbraucherschützern sowie vielen Politikern ist die marktbeherrschende Stellung der Internet-Giganten schon lange ein Dorn im Auge. In den letzten Jahren wurden schon öfter entsprechende Untersuchungen eingeleitet. Die EU-Kommission verurteilte Alphabet bereits im letzten Jahr zu einer Strafe von 1,5 Milliarden Euro, weil das Unternehmen seine Stellung im Internet ausgenutzt und die Konkurrenz wissentlich behindert hat.

Der Mitbegründer von Facebook, Chris Hughes, hat sich schon für eine Zerschlagung des Unternehmens ausgesprochen. Seiner Meinung nach ist der Anbieter von sozialen Medien für Mark Zuckerberg zu groß geworden. Alleine Facebook wird von mehr als zwei Milliarden Menschen täglich besucht. Das Unternehmen geriet aber in den letzten anderthalb Jahren immer wieder in die Kritik, weil es mehrfach Datenschutzpannen in Europa und den USA gab.

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