Bayer bekommt noch mehr Ärger mit Monsanto


Seitdem der Leverkusener Konzern den amerikanischen Hersteller von Unkrautvernichtern übernommen hat, ist der Aktienkurs des Chemiegiganten um rund 50 Prozent gefallen. Alleine die Gerichtsfälle in den USA aufgrund des Monsanto-Produkts Glyphosat könnten Bayer einige Milliarden Euro kosten.

Jetzt hat aber auch der Landkreis Los Angeles eine Klage gegen Monsanto eingereicht. Es geht dabei um Polychlorbibhenyl (PCB), das jahrzehntelang von Monsanto hergestellt wurde. Die Chemikalie soll für große Umweltschäden verantwortlich sein und kann auch heute noch auf der ganzen Erde in der Atmosphäre, im Boden und in Gewässern nachgewiesen werden. PCB ist seit 2004 weltweit verboten. Monsanto war der einzige Hersteller von PCB in den USA und hatte die Chemikalie von 1935 bis 1977 hergestellt. In den USA wurde die Chemikalie dann 1979 verboten.

In der Klage wirft der Landkreis von Los Angeles Monsanto vor, die Folgen der toxischen Chemikalie jahrzehntelang verschwiegen zu haben. Der Landkreis verlangt von der amerikanischen Bayer-Tochter, sich an den Kosten der Säuberung zu beteiligen und außerdem Schadensersatz zu zahlen. Die Reinigung könnte Milliarden USD kosten, weil viele Gewässer und Grundstücke von PCB gereinigt werden müssen.

Zu den vielen Klagen aufgrund der Folgen von Glyphosat könnten in naher Zukunft also auch noch Klagen wegen der gefährlichen Chemikalie Polychlorbiphenyl kommen. Der Leverkusener Konzern gibt an, die Klage zu prüfen, geht aber davon aus, dass die Vorwürfe haltlos sind.

Bayer hat vor, sich energisch gegen die Vorwürfe zu wehren, da Monsanto die Produktion von PCB schon vor 40 Jahren freiwillig eingestellt hat. Abnehmer waren Industrieunternehmen aus verschiedenen Branchen, die die Chemikalie für viele verschiedene Produkte verwendet haben. Unter anderem hat auch die amerikanische Regierung PCB bei Monsanto gekauft.

Bei Bayer gerät besonders Konzernchef Werner Baumann in das Kreuzfeuer der Anleger. Er gab das erste Angebot für Monsanto ab und hat den Kauf heute zu verantworten. Er verteidigt den Verkauf auch noch heute, obwohl Bayer nun über 13.400 Gerichtsfälle wegen Gesundheitsfolgen von Glyphosat durchzustehen hat. Den ersten beiden Klägern wurden von den Gerichten bereits jeweils 80 Millionen USD zugesprochen. In beiden Fällen geht Bayer in die nächste Instanz und beruft sich vor allen Dingen auf die Behörden, die den Unkrautvernichter Glyphosat zugelassen haben.

Bayer-Konzernchef Baumann lassen die Klagen bis jetzt unbeeindruckt. Er vertraut auf die Regulierungsbehörden, die Glyphosat geprüft und für unschädlich befunden haben. Dies beweisen auch etliche Studien von unabhängigen Gutachtern. Ob der Kauf sich für Bayer lohnen wird, wird sich erst in einiger Zeit zeigen.

Join the Discussion

Your email address will not be published. Required fields are marked *

arrow