Die USA erweitert den Handelskrieg auf Produkte aus Deutschland und Mexiko


Das amerikanische Handelsministerium hat heute bekannt gegeben, dass jetzt auch Strafzölle auf chinesische Matratzen und Bierfässer aus Deutschland und Mexiko erhoben werden. Als Grund gibt das Ministerium an, dass die Produkte zu Dumpingpreisen in den USA verkauft werden.

Auf Matratzen aus China werden die Importeure in Zukunft 1732 Prozent Steuern bezahlen müssen. Für die deutschen Bierfässer müssen bald 8,61 Prozent Steuern bezahlt werden und für die gleichen Produkte aus Mexiko 18,48 Prozent. Die Entscheidung, die Importsteuern zu erhöhen basiert anscheinend auf Anträgen von amerikanischen Firmen und nicht auf politischen Entscheidungen. Die amerikanischen Matratzenhersteller Serta Simmons Bedding und Tempur Sealy sowie der Fassproduzent American Keg hatten im vergangenen Jahr Steuererhöhungen für den Import der Produkte beantragt. Im Moment belaufen sich die Importe von Bierfässern in die USA auf 36 Millionen USD, und die Menge der importierten chinesischen Matratzen auf 436,5 Millionen USD.

Chinas stellvertretender Außenminister Zhang Hanhui bezeichnete die Steuererhöhungen als reinen Wirtschaftsterrorismus und als ökonomische Schikane. China hatte erst gestern gedroht, die Ausfuhr seltener Erden zu beschränken, die für viele elektronische Produkte benötigt werden. Sie können nicht durch andere Materialien ersetzt werden, und China besitzt durch sein hohes Vorkommen fast ein Monopol darauf.

Die Anleger reagieren vorsichtig und ziehen sich weiter aus den Aktienmärkten zurück. Der Dax und der Eurostoxx50 verloren anderthalb Prozent, während der Dow Jones 1,2 Prozent nachgab.

Die Vorsicht der Anleger ist begründet, die Eskalationen im Handelsstreit zwischen den USA und China scheinen außer Kontrolle zu geraten. Während in den ersten drei Monaten dieses Jahres eine positive Stimmung vorherrschte, hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass eine Einigung noch in weiter Ferne liegt. Obwohl die amerikanische Regierung mit den Strafzöllen nicht den gewünschten Erfolg für die eigene Wirtschaft erzielt hat, überziehen sich beide Länder weiterhin mit gegenseitigen Strafzöllen.

Die Konsequenzen sind in der ganzen Welt zu spüren. Die Ansicht der Experten, dass die europäische Wirtschaft vom Handelskrieg zwischen den USA und China profitieren wird, hat sich als Trugschluss herausgestellt. Beide Länder haben ihre Importe nicht durch europäische Waren ersetzt, wie von den Experten erwartet, sondern die Importe eingeschränkt. Die Wirtschaftsstimmung in den USA und China hat sich im laufenden Jahr noch weiter verschlechtert.

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