Boeing muss Fehler bei der Entwicklung der 737 zugeben


Der Vorstandschef von Boeing, Dennis Muilenburg, musste vergangen Mittwoch in einem Interview mit dem amerikanischem Sender CBS zugeben, dass der Konzern bei der Entwicklung der Boeing 737 Max Fehler gemacht hat.

Laut dem Konzernchef soll die Implementierung der Software nicht korrekt durchgeführt worden sein. Eine der Alarmfunktionen, die den Piloten vor einem problematischen Anstellwinkel des Flugzeugs waren sollte, hatte nicht richtig funktioniert. Laut Experten hat Muilenburg den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht, aber noch nicht alle Fehler eingestanden. Das betroffene Stabilisierungssystem MCAS soll die ausschlaggebende Rolle in zwei Flugzeugkatastrophen gespielt haben, in denen insgesamt 346 Menschen starben. Als innerhalb von fünf Monaten zwei Maschinen des Typs 737 Max unter gleichen Umständen abgestürzt waren, wurde dem Flugzeugtyp von den Luftaufsichtsbehörden die Flugerlaubnis entzogen.

Nach neusten Erkenntnissen wusste Boeing schon seit mehr als einem Jahr vor den Unfällen von den Problemen mit dem Anstellwinkelalarm des MCAS-Systems. Eine Meldung an die US-Luftfahrtbehörde erfolgte aber nicht. Muilenberg erklärte in dem Interview lediglich, dass die Kommunikation mit der Behörde nicht so war, wie sie hätte sein sollen.

In besagtem Interview entschuldigte sich der Konzernchef auch bei den Familien der Opfer. Gleichzeitig bekräftigte er aber auch sein Vertrauen in die 737 Max. Er sei überzeugt von der grundsätzlichen Sicherheit des Flugzeugs.

Der Chef des internationalen Luftfahrtverbands IATA gab in Seoul bekannt, dass die Boeing 737 Max wohl keine Flugerlaubnis vor August bekommen wird. Obwohl die Aufsichtsbehörde keinen genauen Termin geben kann, wird es wohl noch zehn bis zwölf Wochen dauern, bis die Maschinen wieder in Betrieb genommen werden können.

Der ersten Boeing 737 Max wurde im März 2017 die Flugerlaubnis verliehen. Bis jetzt wurden 376 Maschinen dieses Typs von Boeing ausgeliefert und der Konzern hat noch Bestellungen über 5012 Maschinen, deren Auslieferung jetzt gefährdet ist. Für die Fluglinien, die im Besitz der Boeing 737 Max sind, stellt das Flugverbot ein großes wirtschaftliches Risiko dar. Die Maschinen können nicht in der Hauptsaison eingesetzt werden. Die Fluglinien müssen Flüge streichen oder Flugzeuge mieten, um die Kapazitäten voll ausnutzen zu können. Die ersten Fluglinien haben Boeing bereits auf Schadensersatz verklagt, was das Unternehmen unter großen Druck setzt.

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