Entsteht bald der größte Automobilhersteller der Welt?


Fiat Chrysler hat heute Fusionspläne mit Renault bestätigt. Wenn die beiden Unternehmen fusionieren, könnte der größte Automobilkonzern der Welt entstehen.

Am Montag soll der Verwaltungsrat von Renault das Angebot einer Fusion mit Fiat Chrysler prüfen. Eine Antwort soll von der Konzernleitung später am Tage schriftlich veröffentlicht werden. Die Aktienwerte beider Unternehmen stiegen nach der Veröffentlichung der möglichen Fusion stark an.

Für Fiat bietet eine Zusammenarbeit mit Renault Vorteile in Bezug auf das Produktionsvolumen, die Rentabilität und besonders bei der technologischen Weiterentwicklung. Fiat beschäftigt im Moment 199.000 Mitarbeiter in 6 Werken, die Fahrzeuge von Alfa Romeo, Fiat, Chrysler, Dodge, Jeep und Maserati bauen. Renault hält Anteile an Nissan und Mitsubishi und hat im letzten Jahr 10,76 Millionen Fahrzeuge gebaut. Gemeinsam kommen die beiden Konzerne auf eine Produktion von mehr als 15 Millionen Fahrzeugen und würden deutlich mehr produzieren als der Marktführer Volkswagen mit knappen 11 Millionen Fahrzeugen.

Renault will auch mit dem japanischen Hersteller Nissan fusionieren, dessen Geschäftsleitung aber eine formelle Fusion für unnötig hält. Renault besitzt bereits 43,4 Prozent der Anteile an Nissan, und Nissan ist im Gegenzug mit 15 Prozent an Renault beteiligt.

Laut Fiat wurden schon eingehende Gespräche mit Renault geführt. Experten gehen davon aus, dass beide Unternehmen durch eine Fusion die Entwicklung von Elektrofahrzeugen vorantreiben wollen. Die Entwicklung der neuen Technologien, die für die Elektromobilität erforderlich sind, werden in den nächsten Jahren viele Milliarden Euro kosten. Durch eine Fusion könnten beide Unternehmen laut Fiat jährlich 5 Milliarden Euro sparen, wohl auch durch eine gemeinsame Entwicklungsabteilung.

Die beiden Unternehmen, wie auch die meisten europäischen Automobilkonzerne, haben es verpasst, rechtzeitig in die neuen Technologien zu investieren. Die meisten Hersteller versuchen jetzt durch Fusionen und gemeinsame Forschungsabteilungen die benötigten Technologien zu entwickeln. Die nächsten Jahre werden zeigen, welche Automobilunternehmen es schaffen, die Produktion komplett auf CO2-freie Fahrzeuge umzustellen.

Kritiker haben Angst, dass durch die radikale Umstellung viele Arbeitsplätze nicht mehr benötigt werden. Elektrofahrzeuge haben viel weniger Komponenten als Fahrzeuge mit konventionellen Verbrennungsmotoren. Außer den hohen Investitionen müssen die Fahrzeughersteller auch die kompletten Produktionsabläufe ändern, wodurch einige Werke obsolet werden und viele Facharbeiter ihren Job verlieren könnten.

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