Banken sollen Eigenkapital um Milliarden für Krisenzeiten aufstocken


Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) will die Empfehlung des Ausschusses für Finanzstabilität (AFS) umsetzen und Banken ab dem 1. Juli dazu zwingen, Finanzpolster in Milliardenhöhe anzulegen.

Laut der Bafin sollen Banken in Zukunft höhere Kapitalpuffer für Krisenzeiten anlegen, damit sie eventuell entstehende Verluste auffangen können. Der Ausschuss für Finanzstabilität hat die Aktivierung der antizyklischen Kapitalpuffer vorgeschlagen, damit die Finanzinstitute in guten Zeiten anfangen, Kapital für schlechte Zeiten anzusparen. Ab Juli soll der Prozentsatz von 0 Prozent zum ersten Mal auf 0,25 Prozent der risikogewichteten Aktiva aufgestockt werden.

Laut Bafin werden die Banken dadurch gezwungen 5,3 Milliarden Euro mehr als hartes Kernkapital zu halten. Der atmende Puffer soll flexibel gehalten werden und kann je nach Finanzsituation wieder angepasst werden.

Obwohl laut Finanzstaatssekretär Jörg Kukies keine aktuellen Gefahren bestehen, gibt es doch potenzielle Risiken. Unter anderem sollen der harte Brexit, die überbewerteten Kreditsicherheiten und die Überhitzung des Immobilienmarkts die besondere Prävention für den Finanzmarkt erforderlich machen.

Auch die finanzpolitische Sprecherin der Grünen, Lisa Paus, forderte die Bafin auf, den Vorschlag der AFS schnellst möglich umzusetzen. Laut ihr müssen die Banken sich jetzt mit höherem Eigenkapital versorgen, damit sie in Krisenzeiten nicht wieder die Wirtschaft und die Gesellschaft bedrohen. Auch wenn die Wirtschaft im Moment boome, so hieße das nicht, dass keine Risiken bestünden.

 

Die AFS als Ausschuss für die Sicherung der Finanzstabilität

Der AFS existiert seit 2013 und hat die Aufgabe, die maßgeblichen Sachverhalte für die Finanzstabilität regelmäßig zu erörtern. Die dadurch identifizierten Gefahren sollen veröffentlicht werden, mit den dazu gehörigen Empfehlungen zur Abwehr. Die Analysen der Deutschen Bank sollen dazu verwendet werden, um die Gefahren zu identifizieren.

Der Ausschuss besteht aus jeweils aus drei Vertretern des Bundesministeriums der Finanzen, der Deutschen Bundebank, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, sowie dem Vorsitzenden des Leistungsausschuss der Bundesanstalt für Finanzstabilisierung (FMSA) ohne Stimmrecht. In dem Ausschuss sollen alle öffentlichen Institutionen vertreten sein, die sich mit der Überwachung der Finanzsysteme in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigen.

Eine weitere Aufgabe des AFS ist es, die Empfehlungen und Warnungen des europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) zu analysieren und Empfehlungen über die Umsetzung zu machen. Deshalb arbeiten die beiden Ausschüsse eng zusammen, sowie mit den für die Finanzstabilität zuständigen Behörden der anderen Mitgliedsstaaten der EU.

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