Dieter Zetsche verlässt Daimler nach 33 Jahren


Seit 1976 arbeitete Dieter Zetsche für Daimler, seit 2006 sogar als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Gestern übergab er seine Verantwortung an seinen Nachfolger Ola Källenius.

Auf der gestrigen Hauptversammlung übergab er Ola Källenius nicht nur die Führung des Unternehmens, sondern auch viele Probleme. In seiner Rede vor den Aktionären mahnte er auch gleich den neuen Vorstandsvorsitzenden, dass er kräftig sparen muss. Im gesamten Unternehmen müssten die Kosten gesenkt werden und die fixen und variablen Kosten geprüft werden. Alle Investitionsvorhaben, die Produktpalette, die Wertschöpfungstiefe und alle Sach- und Personalkosten soll der neue Konzernchef eingehend überprüfen.

Wie andere deutsche Autohersteller auch, hat Daimler in die Dieseltechnik investiert, die am Ende nicht die erwarteten Resultate gebracht hat. Seit letztem Jahr sind sich die Führungskräfte der deutschen Automobilindustrie aber einig, dass die Zukunft in der Elektromobilität liegt. Laut dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden ist Daimler aber stark genug, um diesen Wandel zu meistern und auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Automobilindustrie zu spielen. Laut eigener Aussage hätte er bereits den größten Wandel in der Geschichte von Daimler eingeleitet und dafür Daimler in eine Holding umgewandelt, sowie in drei rechtlich selbstständige Aktiengesellschaften. Namentlich die Mercedes Benz AG, die sich auf die PKW und Van Sparte konzentriert, die Daimler Truck AG und die Daimler Mobility AG, die sich um die Finanzierungen und Mobilitätsdienste kümmert.

Zetsche musste sich in den letzten Monaten viel Kritik anhören. Der Vorstandvorsitze hat es geschafft, das Unternehmen nach der Krise in 2016 wieder als führenden Hersteller von Premiumfahrzeugen zu etablieren, konnte aber nicht die erwarteten Premiummargen generieren. Die Aktionäre waren mit den Leistungen nicht zufrieden und selbst nach der Hauptversammlung fiel der Aktienwert wieder um zwei Prozent.

Der Führungswechsel wird als Generationswechsel angesehen, da auch die goldene Ära des bei Daimler etablierten Geschäftsmodells zu Ende geht. Der Schwede Ola Källenius wird das Unternehmen in die Elektromobilität bringen müssen, in der andere Hersteller führend sind. Es müssen Investitionen in Milliardenhöhe gestemmt werden, damit Daimler mit Herstellern wie Tesla kompetieren kann. Dafür hat der neue Konzernchef die Nachhaltigkeitsstrategie „Ambition 2039“ vorgestellt, mit der die gesamte Wagenflotte in den nächsten 20 Jahren CO2-neutral werden soll. Um sein Programm durchsetzen zu können, müssen rigorose Sparprogramme durchgesetzt werden, wie der ehemalige Konzernchef schon auf der Hauptversammlung angemahnt hatte.

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