Europa profitiert nicht vom Handelskrieg der USA


Finanzexperten prophezeiten der europäischen Wirtschaft einen Ausschwung durch den Handelskrieg der USA mit China. Die chinesischen Unternehmen weichen aber nicht unbedingt auf europäische Produkte aus.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China nimmt immer groteskere Züge an. Die beiden Länder überziehen sich mit immer höheren Strafzöllen, die auch europäischen Firmen schaden. In einer Mitgliederbefragung der EU-Handelskammer wurden jetzt europäische Unternehmen in Peking über die aktuelle Situation befragt.

Die Ergebnisse widersprechen den Erwartungen, dass europäische Unternehmen von den höheren Strafzöllen profitieren würden. Nur 5 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie von der aktuellen Situation tatsächlich profitieren. Jedes dritte Unternehmen, das in China tätig ist, leidet im Moment unter dem Handelskrieg der beiden Weltmächte. Grund dafür soll vor allen Dingen die schlechte Stimmung in der chinesischen Wirtschaft sein, die sich negativ auf das Wachstum auswirkt.

Die Handelskammer hat 585 Unternehmen in den ersten beiden Monaten befragt. Die Umfrage bestätigt die Vermutung, dass die Maßnahmen der USA den gewünschten Erfolg erzielen. Erst vor kurzem hat die USA die Strafzölle von 10 auf 25 Prozent erhöht und damit Waren im Wert von 200 Milliarden höher besteuert. China antwortete auf die Erhöhung mit Sonderzöllen auf US-Produkte in Höhe von 60 Milliarden USD.

Auch wenn die Maßnahmen der US-Regierung nach Meinung der EU nicht der korrekte Weg sind, teilt sie deren Kritik an den unterschiedlichen Marktkonditionen. So stimmen 45 Prozent der befragten Unternehmen zu, dass China die lokalen Unternehmen besser behandelt als Firmen aus der europäischen Gemeinschaft. Sie würden einen besseren Marktzugang genießen, auch wenn die chinesische Regierung grundlegende Reformänderungen versprochen hatte.

Besonders besorgniserregend ist weiterhin der erzwungene Technologietransfer, vor dem auch die US-Sicherheitsdienste warnen. In der Umfrage stimmten auch 20 Prozent der Unternehmen zu, dass sie sich genötigt fühlen, den chinesischen Partnern wichtige Technologien zu überlassen. Die amerikanischen Sicherheitsbehörden sollen US-Konzernen sogar bei einem Briefing Fallbeispiele gezeigt haben, bei denen geistiges Eigentum von chinesischen Unternehmen gestohlen wurde.

Die Vizekammerpräsidentin der EU-Handelskammer, Charlotte Roule, will es nicht akzeptieren, dass solche Praktiken in einem so ausgereiften und innovativen Markt angewandt werden. Diese Meinung wird auch von den meisten in China engagierten Unternehmen geteilt und erklärt auch die Unterstützung der meisten amerikanischen Unternehmen für die harte Haltung des amerikanischen Präsidenten in diesem Handelskrieg.

Join the Discussion

Your email address will not be published. Required fields are marked *

arrow