Euro zieht weiterhin an – Befürchtungen werden stärker, dass US-China-Handelskrieg eskaliert


Der Euro hat sich am Freitag gefestigt und steigt die zweite Woche in Folge, angesichts der wachsenden Befürchtung, dass eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China die US-Politiker zur Zinssenkung zwingen würde.

Der Stichtag am Freitag, der zweiten Verhandlungstag zwischen den USA und China, kam und ging und die Aktienmärkte schienen nicht allzu sehr in Bewegung zu geraten: Tatsächlich stiegen sie sogar geringfügig zum Schluss des Handelstages.

Nachdem US-Präsident Donald Trump die Zölle am Freitag von 10 % auf 25 % erhöht hatte, wurden Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar eingeführt, so das Handelsblatt. Peking ist in Aufruhr und kündigte an, man würde zurückschlagen.

Athanasios Vamvakidis, FX-Stratege bei der Bank of America Merrill Lynch, sagte, wenn China sich revanchiere, würde die Gefahr eines globalen Handelskrieges die Aussichten der US-Wirtschaft beeinträchtigen und die Chancen einer Leitzinssenkung erhöhen.

„In diesem Fall hat die US-Notenbank mehr Spielraum als die meisten anderen Zentralbanken, was darauf hindeutet, dass der Dollar gegenüber dem Euro und dem Yen schwächer wird“, erklärte er.

Die beiden Seiten führen letzte Verhandlungen, um ein Handelsabkommen zu retten. Während US-amerikanische und chinesische Amtsträger wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrten, sahen die Anleger ihre Vermutungen auf eine Zinssenkung in den USA bestärkt.

Forex wurde am Montag dann weiterhin von Risikoscheu bestimmt. Die Tweets des US-Präsidenten Trump vom Wochenende ließen befürchten, dass das Handelskriegsrisiko eskalieren könnte, und man am Verhandlungstisch in einer Sackgasse steckt.

In der Zwischenzeit erlitten auch die Risikowährungen erneut Verluste, zusammen mit dem chinesischen Yuan, da die Ängste vor einem eskalierenden Handelskrieg die Währungen auf Tiefststände drückten.

Die Verhandlungen zwischen den USA und China waren so ziemlich das Einzige, worüber in der letzten Woche gesprochen wurde. Für Trader bleibt erst einmal nur übrig, abzuwarten, wie China offiziell reagiert. Werden sie versuchen, weitere Gegenmaßnahmen zu ergreifen, oder wollen sie direkt zum Verhandlungstisch zurückkehren?

Aus allen bisherigen Berichten geht hervor, dass die chinesischen Hersteller bereits Schwierigkeiten haben, einen 10 % Zoll zu bewältigen, und diese gewaltige Erhöhung wird schwer zu verkraften sein. Viele versuchen nun, die Kosten direkt an den Endverbraucher weiterzuleiten, was Präsident Trump möglicherweise nicht so gern sehen wird.

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