Brexitsorgen – Britische Im- und Exporte mit EU-Ländern erreichen 10-Jahres-Höchststand


Auf Seiten der Investoren rechnet man damit, dass diese Woche für den Sterling wahrscheinlich einen guten Ausklang nehmen wird, denn die Zeichen stehen positiv.

Es wird davon ausgegangen, dass das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal zunehmen wird, und man ist dementsprechend auf einen Anstieg des Sterling vorbereitet. Von der Industrieproduktion und der Handelsbilanz erwartet man, dass sich beide verbessern, die Zahlen werden an diesem Freitag bekanntgegeben.

Doch die Sache hat einen Haken. Beim BIP, zu dem auch die Einzelhandels- und Unternehmenszahlen gehören, kann man in diesem Quartal vermutlich mit verwässerten Zahlen rechnen. Unternehmen, die damit rechnen, dass die britische Regierung sich im zweiten Quartal ohne Abkommen vom europäischen Block trennt, haben Bestellungen und Geschäftsabwicklungen vorverlegt. Man geht auf Nummer Sicher. Britische Exporte und Importe mit der EU haben in den drei Monaten von Dezember bis Februar einen 10-Jahres-Höchststand erreicht.

Wenngleich man beim Sterling mit einer Zunahme rechnet, hat sich die politische Einbahnstraße der britischen Regierung noch nicht allzu sehr zum Positiven verändert.

Laut Reuters sagte der Oppositionsführer der Labour Party, Jeremy Corbyn, dass die Regierung der britischen Premierministerin Theresa May in den Brexit-Gesprächen noch kein großes Angebot gemacht habe. Es sei schwierig, mit einer zerfallenden Regierung zu verhandeln, bei der Kabinettsminister eher um eine Nachfolge kämpfen als um eine Einigung, so Corbyn.

Die langfristige Entwicklung des britischen Pfunds hängt nach wie vor stark vom Fortgang der Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU ab.

Auch wenn die Daten positiv überraschen, könnte das britische Pfund daher nur vorübergehend zulegen, sofern die Seiten ihre Differenzen nicht ausräumen. Im Moment sehen weder Eingeweihte noch Außenstehende, dass eine baldige Lösung in Sicht sei.

Auf der anderen Seite rechnen viele Investoren auch damit, dass es einen – vielerorts inzwischen unerwarteten – plötzlichen Durchbruch gibt. Sollte ein parteiübergreifender Konsens, der die Ratifizierung eines Brexit-Deals durch das House of Commons ermöglichen würde, erzielt werden, und dies noch vor den europäischen Wahlen, so darf man damit rechnen, dass der Wert des Sterling in lange nicht gesehene Höhen schießen würde.

Die Tatsache, dass man nun schon so lange debattiert, lässt vielleicht wenig Raum für Hoffnung, doch so ganz unmöglich ist es nicht.

Join the Discussion

Your email address will not be published. Required fields are marked *

arrow