Der Euro steigt – britisches Pfund sinkt wieder mit wachsender Wahrscheinlichkeit, dass der Brexit verzögert wird


Der Euro stieg am Donnerstag auf ein Drei-Wochen-Hoch. Die wachsenden Erwartungen, dass die europäische Wirtschaft möglicherweise einen Wendepunkt erreicht hatte, ermutigten die Anleger, die Einheitswährung zu kaufen.

Die Renditen zentral-europäischer Anleihen erreichten am Mittwoch ein dreiwöchiges Hoch, während ein breiter Indikator für europäische Konjunkturdaten höher ausfiel und von einem Tiefstand von acht Monaten im letzten Monat anstieg, was auf eine Verbesserung der kurzfristigen wirtschaftlichen Aussichten hindeutet.

Die jüngsten Positionsdaten zeigten, dass die negativen Einschätzungen der Spekulanten hinsichtlich des Euro seit Dezember fast auf ein Zweijahres-Hoch angestiegen sind, da man davon ausging, dass die europäische Politik die Zinsen in diesem Jahr nicht erhöhen werde. Marktanalysten besagen, dass starke Daten sie dazu zwingen könnten, ihre Einschätzungen anzugleichen.

Laut Reuters erwarten Commerzbank-Strategen, dass die Zentralbank aufgrund der starken Daten die Zinsen in der zweiten Jahreshälfte deutlich erhöhen wird.

Die Stimmung gegenüber dem Dollar war weitgehend einheitlich. Der Schweizer Franken stieg um ein halbes Prozent an, da schwache chinesische Wirtschaftsdaten und mangelnde Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China die Händler dazu veranlassten, den Dollar zu verkaufen.

Die Produktivität in China erreichte im Februar ein Dreijahrestief, da die Exportaufträge so schnell zurückgegangen waren wie man es seit der globalen Finanzkrise nicht mehr gesehen hatte. Dies deutet auf eine schwache Nachfrage im In- und Ausland hin.

Der Schweizer Franken stieg gegenüber dem Dollar um 0,74 Prozent auf 0,9940 und der japanische Yen stieg um 0,25 Prozent.

Gegen einen Korb seiner Konkurrenten gab der Dollar um 0,3 Prozent nach. Händler gaben an, dass ein Teil der Schwäche auf Monatsverkäufe nach einem starken Monat für riskante Vermögenswerte zurückzuführen sei.

Das Pfund Sterling sank nach einem Siebenmonatshoch am Mittwoch ab, da die Händler der Ansicht waren, Großbritanniens Austritt aus der Europäischen Union würde sich verzögern.

„Ich denke, wir hatten kürzlich nichts von Bedeutung, und wir sind bis Mitte März wieder in einer neuen Wartezone. Es gibt schon ein wenig gewinnbringende Geschäfte“, sagte John Marley, leitender Währungsberater bei SmartCurrencyBusiness.

Join the Discussion

Your email address will not be published. Required fields are marked *

arrow